DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - PRESSEERKLÄRUNG  


  Berlin, 20. Mai 2011         



              Lehrer-Chef Kraus ohne Gegenstimme zum neunten Mal wiedergewählt 

- "Nur ein leistungsorientiertes Bildungswesen ist ein gerechtes." 

- Auf seiner Fachtagung "Wozu Bildungsökonomie?" wendet sich der DL gegen einen "Imperialismus des Nützlichkeits- und Verwertungsdenkens" in der Bildung


Josef Kraus (61) ist soeben in Berlin zum neunten Mal für drei Jahre zum Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes (DL) gewählt worden. Die Delegierten der vier DL-Mitgliedsverbände stellten sich ohne Gegenstimme geschlossen hinter ihn. Mit der Wahl von Kraus bestätigten die Delegierten dessen konsequenten Einsatz für ein leistungsorientiertes gegliedertes Schulwesen und für starke berufsbildende Schulen.

Kraus hat dieses Ehrenamt seit 1987 inne und ist damit der dienstälteste Vorsitzende einer Lehrerorganisation. Seinem Verband gehören vier Mitgliedsverbände mit insgesamt 160.000 Lehrern an, nämlich der Deutsche Philologenverband, der Verband Deutscher Realschullehrer, der Bundesverband der Lehrer an beruflichen Schulen und der Verband der Lehrer an Wirtschaftsschulen. Hauptberuflich ist Kraus seit 1995 Oberstudiendirektor am Maximilian-von-Montgelas-Gymnasium in Vilsbiburg im Landkreis Landshut. Er hat die Fächer Deutsch und Sport studiert und ist Diplom-Psychologe.

Nach 21 Jahren Tätigkeit in diesem Amt verabschiedete der Verband mit größtem Lob für seine Amtsführung seinen bisherigen Schatzmeister, Diplom-Handelslehrer Hans-Joachim Kluge. Ihm folgt Diplom-Handelslehrer Dominik Berdin (30) nach.

Unter dem Beifall der Delegiertenversammlung hatte Kraus in seinem politischen Bericht unter anderem erklärt: „Eine Nation, die kulturell, wirtschaftlich und politisch bestehen will, muss in Zeiten fortschreitender, global bedingter Pluralisierungen ein plurales, differenziertes Bildungswesen vorhalten. Der Bedarf an Pluralität und an unterschiedlichen Profilen unterschiedlicher Bildungseinrichtungen ergibt sich aus der großen Bandbreite der Begabungen und Neigungen junger Menschen sowie aus der Heterogenität der Qualifikationsanforderungen und Lebensentwürfe. Ein wie auch immer benanntes einheitliches Schulwesen entspricht diesen Anforderun-gen nicht. Gewiss muss ein Bildungswesen auch gerecht sein. Gerecht ist es aber nur, wenn es Chancen zur eigenverantwortlichen Nutzung der Bildungsangebote und zur individuellen Leistungsentfaltung bietet. Der Anspruch an Bildungsgerechtigkeit darf nicht darin bestehen, dass Strukturen, Inhalte und Anforderungen egalisiert werden. Ein gerechtes Bildungswesen kann nur ein Bildungswesen sein, das am Leistungsprinzip orientiert ist.“

Fachtagung „Wozu Bildungsökonomie?“

Im Anschluss an die Delegiertenversammlung hatte der DL zusammen mit der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) eine Fachtagung „Wozu Bildungsökonomie?“ veranstaltet. Eine der von großem Konsens getragenen Kernaussagen der Tagungsteilnehmer war, dass Bildung die Persönlichkeitsentwicklung ganzheitlich zu fördern habe und nicht dem Imperialismus eines blanken Nützlichkeits- und Verwertungsdenkens sowie eines Test- und Quotenwahns ausgeliefert werden dürfe.

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Die bei der Fachtagung von sechs Bildungs- und Wirtschaftswissenschaftlern gehaltenen Vorträge werden in Kürze als Tagungsdokumentation veröffentlicht.


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Für den Inhalt verantwortlich: Anne Schirrmacher, Karen Ullrich (DL)



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