DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - AKTUELL

19.09.2016



Buchbesprechung

Gehört in jede Schulbibliothek und in die Bücherschränke aller Deutschlehrer
 

„Edelsteine. 121 Sternstunden deutscher Sprache 

vom Nibelungenlied bis Einstein, von Mozart bis Loriot“

Herausgegeben von M. Behland, W. Krämer, R. Pogarell (Herausgeber):

IFB-Verlag, Paderborn 2016, 652 Seiten, Euro 24,90, ISBN 978-5-942409-57-5

Dies ist die gründlich durchgesehene und beträchtlich erweiterte Fassung eines Werkes, das vor zwei Jahren einiges Aufsehen erregt hatte: „Ein wirklich repräsentatives und gelungenes Buch, an dem mir vor allem die durchgängige Kombination von Originaltext und Kommentar gefällt.“ (Prof. Dr. Ulrich Amnon) „Im Kontrast zu verbreiteten Textsammlungen germanistischer Provenienz, die das Sprachkunstwerk in den Mittelpunkt stellen, informiert die Auswahl ausführlich über die Autoren, ihr Umfeld, vor allem über die Bedeutung der Texte.“ (Professor Horst Heider-Munske) „Ein Geniestreich! Wenn man … jemanden aus einem anderen Land ein Buch über Deutschland … anbieten will, dann würde ich ihm dieses Buch nennen.“ (Professor Dr. Roland Günter)

Von den 107 Stichwortartikeln der ersten Auflage sind elf weggefallen, 25 kamen neu hinzu. Alle Artikel wurden überarbeitet, oft auch gekürzt, so dass der Gesamtumfang sogar leicht abgenommen hat. An neuen Autoren fallen zumal Bastian Sick oder Bundestagspräsident Norbert Lammert auf; er kommentiert den berühmten Aufruf zur Demonstration auf dem Berliner Alexanderplatz von 1989. Wie gehabt finden sich in der zweiten Auflage neben großen deutschsprachigen Literaten (neu unter anderen Johanna Spyri, Ingeborg Bachmann, Heinrich Böll, Papst Benedikt) auch technische Texte wieder, vom ersten deutschen Kochbuch 1350 (neu) bis zum Beipackzettel der ersten deutschen Antibabypille 1961. Auch die Philosophen deutscher Sprache wie Kant, Schopenhauer oder Sir Karl Popper kommen nicht zu kurz.

Besonders ins Auge fällt hier der längste Artikel des Buches überhaupt, die ausführliche Würdigung eines der größten und am häufigsten verkannten deutschen Denkers, Friedrich Nietzsche, und seines Werkes „Also sprach Zarathustra“, durch den Vorsitzenden des Deutschen Lehrerverbandes Josef Kraus: „Kein anderer entzieht sich so konsequent einer Systematisierung seines Werkes und einer philosophischen bzw. literarischen Kategorisierung“ (S. 315). Aber dann identifiziert Kraus dennoch sozusagen ein System. Und so schließt man das Buch nach diesem wie nach vielen andern Stichwortartikeln mit unerwartetem Erkenntnisgewinn. Liebhaber der deutschen Sprache sollten es in ihrer Bibliothek besitzen.

Oliver Baer

 

 



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