DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - AKTUELL

18.12.2015


 

- "Mein Kampf" als Gegenstand im Unterricht -

 eine Stellungnahme von Josef Kraus

Gegenüber dem Handelsblatt hat sich der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, am 17.12.2015 wie folgt geäußert:

"Ja, ich bin für eine Behandlung von Hitlers "Mein Kampf" im Unterricht, unter folgenden Voraussetzungen und aus folgenden Gründen:

- Die Schulen können "Mein Kampf" nicht ignorieren. Denn was für die Schulen verboten wäre - das wissen wir von den   Indexlisten der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien - erfreut sich, zum Beispiel via Internet, besonderer Nachfrage. Da ist es besser, die Rezeption von "Mein Kampf" wird durch versierte Geschichts- und Politiklehrer angeleitet. 

- Den Schulen muss die wissenschaftliche editierte und kommentierte Ausgabe zur Verfügung stehen. 

- In Frage kommt die Behandlung von "Mein Kampf" nur für die Oberstufe, also für 16/17-Jährige aufwärts. 

- Es sind nur Auszüge zu behandeln, an denen nach dem Prinzp "Wehret den Anfängen" deutlich gemacht werden kann, wohin mit einem solchen Pamphlet die Reise gehen kann. 

- Eine professionelle Behandlung von Textauszügen im Unterricht kann ein wichtiger Beitrag zur Immunisierung Heranwachsender gegen politischen Extremismus sein.

- Man kann unseren Lehrern diese Professionalität sehr wohl zutrauen. 

- Im Interesse einer Einheitlichkeit beim schulischen Umgang mit "Mein Kampf" sollte die Kultusministerkonferenz disbezüglich zu didaktisch-methodischen Rahmenempfehlungen finden."

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