DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - AKTUELL

16.11.2016




 

DL-Präsident zur aktuellen Debatte um Digitalisierung von Bildung  

DL-Präsident Josef Kraus hat sich zur Digitalisierung von Bildung gegenüber dem Handelsblatt am 15. November wie folgt geäußert:


"Ich bin für etwas mehr Realitätssinn und etwas weniger Euphorie in dieser Sache. Die Erziehung junger Menschen zu medienmündigen Bürgern ist natürlich eine neue Aufgabe für die Schule. Es ist auch sinnvoll, dass in den weiterführenden Schulen das Pflicht- oder zumindest das Wahlpflichtfach Informatik eingeführt wird. Keineswegs möchte ich die Digitalisierung bereits in der Grundschule. In besonderen Maße freilich wünsche ich eine optimale Hard- und Software-Ausstattung für die berufsbildenden Schulen.

 

Ansonsten ist Bildung zum mündigen Umgang mit den digitalen Möglichkeiten eine Querschnittsaufgabe, die alle Schulfächer, freilich in unterschiedlicher Weise zu erfüllen haben. Keinesfalls wird digitalisierter Unterricht den herkömmlichen Unterricht ersetzen können, er wird ihn nur ergänzen. Es gibt auch keine Studie weltweit, die eine Überlegenheit digitalisierten Unterrichts gegenüber dem herkömmlichen Unterricht bestätigen würde. Bei aller Euphorie in Sachen Digitalisierung darf man nicht übersehen, dass eine solcher Unterricht den zwischenmenschlichen Diskurs, den jeder Unterricht braucht, einschränkt und dass Schüler damit dazu verführt werden können, nur noch Informationshäppchen zu recherchieren und zur Kenntnis zu nehmen. Dass es vor allem die großen IT-Firmen und deren Stiftungen sind, die eine Digitalisierung von Schule fordern, sollte man auch kritisch reflektieren."



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