DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - AKTUELL

Berlin, 26.08.2015




 Josef Kraus: "Der Vorschlag eines tagtäglich späteren Schulbeginns gehört in die Kiste pädagogischer Schnapsideen"


Der Vorschlag eines tagtäglich späteren Schulbeginns gehört in die große Kiste pädagogischer Schnapsideen. Diese Idee ist schlicht und einfach nicht zu Ende gedacht. Keiner hat bislang vorgerechnet, dass ein um eine Stunde späterer morgendlicher Schulbeginn bedeutet, dass die Kinder zwei Stunden später nach Hause kommen. Grund: Der Schulvormittag streckt sich in den Nachmittag hinein, denn die Kinder brauchen eine Stunde Mittagspause. Außerdem würde ein späterer Schulbeginn nicht wenige Eltern, die um 7.30 Uhr in ihrem Betrieb sein müssen, vor das Problem stellen, was mit ihren Kindern, vor allem Grundschülern, bis 9 Uhr geschehen soll. Und auf dem flachen Land kann das mit dem ÖPNV-Netz schon gar nicht gelingen. Schule ist ansonsten kein Freizeitpark; Schule soll einstimmen auf spätere Lebens- und Berufsrealitäten, und die beginnen bei den allermeisten Menschen nicht erst um 9 Uhr. Es gibt zwei viel einfachere Mittel, gegen die bei manchen (bei weitem nicht allen) Kindern vorhandene Morgenmüdigkeit anzugehen: erstens sollen Eltern dafür sorgen, dass die Kinder am Abend rechtzeitig ins Bett kommen, und zweitens gehört endlich die Sommerzeit abgeschafft.




 

 



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