DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - PRESSEERKLÄRUNG  


Bonn, 12. Juni 2008         




Lehrerverband kritisiert Umgang mit dem Bildungsbericht 2008

  • „Berufliche Schulen stärken!“
  • Mangelnde Ausbildungsbereitschaft der Wirtschaft skandalös“

Der Deutsche Lehrerverband (DL) hat den Umgang mit dem heute veröffentlichten Bericht Bildung in Deutschland 2008" scharf kritisiert. Lehrerverbandspräsident Josef Kraus sagte dazu wörtlich:

„Kaum sind die 330 Seiten dieses Berichts ungelesen auf dem Markt, da laufen schon wieder die üblichen pawlowschen Reflexe ab. Dieser Bericht gibt zum Beispiel nichts her für die Forderung nach Abschaffung der Hauptschule. Dass Hauptschüler zum Teil Probleme bei der Einmündung in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt haben, ist bekannt. Dieses Problem wird aber nicht durch die Abschaffung der Hauptschulen gelöst, denn damit werden die Ausbildungsplätze nicht vermehrt und auch die Hauptschüler mit ihren zum Teil problematischen sozialen Umständen werden damit nicht abgeschafft. 

Helfen kann hier vor allem der Ausbau der beruflichen Schulen. Diese müssen personell in die Lage versetzt werden, Schülern ohne Schulabschluss eine zweite Chance zu bieten.
 

Eine üble Unterstellung ist die Behauptung von Wirtschaftsorganisationen, die die Schuld an den Ausbildungsproblemen von Hauptschülern den angeblich schlechten Schulen zuweisen. Eine solche Argumentation ist ein plumpes Ablenkungsmanöver. Wenn etwas skandalös ist, dann ist es die mangelnde Ausbildungsbereitschaft der Wirtschaft. Immerhin stehlen sich hier zwei Drittel der Betriebe aus ihrer Verantwortung für die Jugend und für die Gesamtgesellschaft davon.“
 
   
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Für den Inhalt verantwortlich: Waltraud Fuchs (DL)
 


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