DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - PRESSEERKLÄRUNG  

Bonn, 27. Juli 2004


Lehrerverband verlangt von Wirtschaft mehr Ausbildungsplätze

Der Deutsche Lehrerverband (DL) hat die Unternehmen zur Schaffung von mehr Ausbildungsplätzen aufgefordert. «Die Wirtschaft engagiert sich nicht in dem Maße, wie es ihre gesellschaftliche Verpflichtung wäre», sagte DL-Präsident Josef Kraus am Dienstag der AP in Frankfurt. Dass die Unternehmen ihre Zusage aus dem Ausbildungspakt nicht einhielten, sei «empörend und schockierend». «Das war eine große Show-Veranstaltung», sagte Kraus.

Nach Ansicht des Verbandspräsidenten gefährdet die deutsche Wirtschaft das duale Ausbildungssystem, wenn sie nicht genügend Lehrlinge einstellt. Noch Anfang der 90er Jahre seien 75 Prozent in Betrieben und Berufsschulen ausgebildet worden. Im auslaufenden Ausbildungsjahr seien es dagegen nur noch 62 Prozent gewesen, sagte Kraus.

Kraus äußerte die Befürchtung, dass viele Haupt- und Realschüler auf der Strecke bleiben würden. An den Schulen könne es deshalb zu mehr Frust und Gewalt kommen. Die Einstellung vieler Schüler sei: «Wenn uns das System nicht haben will, haben wir das Recht, uns am System zu rächen», sagte Kraus.

Mit seiner Kritik bezog sich Kraus auf Zahlen des Bundesinstitutes für Berufsbildung, nach denen im Herbst bis zu 35.000 Jugendliche keine Lehrstelle bekommen könnten. Bundesregierung und Wirtschaftsverbände zeigten sich am Dienstag dagegen optimistisch.

Quelle: AP
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