ISBN 3-85436-376-1               € 16.90

Josef Kraus

Der PISA-Schwindel            -             Klappentext

Immer mehr Leuten platzt bei „PISA“ der Kragen – nicht weil die deutschen Schüler bei diesem internationalen Schulleistungstest schlecht abgeschnitten hätten, sondern weil ihnen die PISA-Schauermärchen deutscher Bildungs-Gouvernanten männlichen und weiblichen Geschlechts samt ihren politischen und publizistischen Kartellen auf den Geist gehen.

Tatsächlich hat PISA in zweierlei Hinsicht nicht nur mit Schauermärchen, sondern sogar mit Schwindel zu tun: Schwindel ist nämlich zum einen das Ergebnis einer Täuschungsabsicht. Da schwindelt einer, hier mit PISA, weil er seine wahren Absichten verbergen oder aber versteckt zu einem ganz bestimmten Ziel führen möchte. Schwindel ist aber auch das Ergebnis einer vorübergehenden oder chronischen geistigen Absenz, eine Störung der Orientierung aufgrund von Benommenheit oder gar – PISA-bedingter - Trunkenheit.

PISA hat mit beiden Arten von Schwindel zu tun – mit Täuschung und mit Taumel, damit zugleich mit Propaganda und mit Psychologie. Man kennt dies seit Jahrzehnten, nämlich seit der größenwahnsinnigen Pseudopädagogik der 68er mit ihrer Vision von der angeblichen Egalität aller Menschen, Strukturen, Werte und Inhalte. Heute nun meinen gläubige „Pisaner“ wie im Höhenrausch, jede noch so schräge schulpolitische oder schulpädagogische Schnapsidee von damals mit PISA begründen und zum Wundermittel heiligsprechen zu können.

Dabei wäre es gerade an der Politik und an den Medien, die Bildungsdebatte ohne Tabus zu führen. Und es wäre auch an den Medien, selbstkritisch nachzudenken, ob sie an der Nivellierung des geistigen Niveaus unseres Nachwuchses auf vermeintlich niedriges PISA-Niveau nicht maßgeblich mitgewirkt haben.

Dieses Buch läßt kein Reizthema aus. Es erhebt Zweifel an der Repräsentativität der PISA-Studie; es entzaubert die Legendenbildungen um Gesamt-, Einheits-, Gemeinschafts-, Alternativ- und Ganztagsschulen; und es relativiert die Ergebnisse der schulisch angeblich so vorbildlichen Finnen ebenso wie die der Asiaten.

Die umfassenden und fundierten Faktenanalysen werden vom Autor immer wieder aufgelockert durch gleichermaßen sprachgewaltige und grimmige Kommentare. Die Deutschen kommen dabei mit ihrem Nationalcharakter nicht gut weg, denn – so Josef Kraus – die Deutschen bewiesen sich mit ihrer Art der PISA-Debatte erneut als Volk zwischen manisch-depressivem und manisch-progressivem Irresein, zwischen hyperkinetischer Reformitis und Logorrhoe, zwischen Zwangsneurose und pädagogischer Pyrotechnik.

Der Autor bleibt aber nicht bei der Diagnose stehen, sondern er zeigt anhand von zahlreichen bodenständigen Vorschlägen auf, was in Deutschlands Schulpolitik und Gesellschaft sowie in Deutschlands Schulen und Familien zu geschehen hat. Eine Offensive für mutter- und landessprachliche Bildung hält er beispielsweise für ebenso überfällig wie eine Offensive für elterliche Erziehung und für den Lehrerberuf. Dabei geht der Bildungsbegriff des Autors weit über PISA sowie über die Meß- und Verwertbarkeit von „Bildung“ hinaus. Dementsprechend warnt Josef Kraus vor einem durch PISA drastisch verarmten Bildungsverständnis. Er setzt dem eine Bildung entgegen, der es eben auch um die Vermittlung persönlicher und kultureller Identität sowie um deren übernützlichen Wert geht.


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