DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - PRESSEERKLÄRUNG  

Bonn, 29. Oktober 2002

Lehrerverband zur OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2002"

"Meldungen über Gehälter und Arbeitszeit deutscher Lehrer höchst tendenziös"


Zur Veröffentlichung der OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2002“ und entsprechenden Vorabmeldungen über die Gehälter und die Arbeitszeit der Lehrer stellte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL), Josef Kraus, fest:

„Die Meldungen über die angebliche Spitzenvergütung deutscher Lehrer und ihre zugleich angeblich geringe Arbeitszeit sind höchst tendenziös.

Faktum Nr. 1 ist, dass die deutschen Löhne in allen Berufen international zu den höchsten und die deutschen Arbeitszeiten in allen Berufen international zu den geringsten gehören.

Faktum Nr. 2 ist, dass ein bloßer Vergleich von Löhnen schief ist, solange nicht die reale Kaufkraft berücksichtigt wird.

Faktum Nr. 3 ist, dass beim internationalen Vergleich der Arbeitsbelastung von Lehrern nicht nur die Unterrichtsstunden gegeneinander gestellt werden dürfen, sondern dass der höchst unterschiedliche Umfang außerunterrichtlicher Belastungen mit berücksichtigt werden muss. Hier ist die Belastung der deutschen Lehrer auf Grund des hochdifferenzierten schulischen Prüfungswesens und der damit zusammen hängenden Korrekturbelastungen besonders hoch. Ein Gymnasiallehrer mit den Fächern Deutsch und Englisch etwa kommt im Jahr allein auf rund 1.000 Stunden Korrekturaufwand.

Faktum Nr. 4 ist, dass die jungen Leute in Deutschland den Lehrerberuf alles andere als attraktiv empfinden. Immerhin bleibt der Nachwuchs mehr und mehr aus. Folge wird sein, dass die 300.000 in den kommenden zehn Jahren in den Ruhestand eintretenden Lehrer nicht alle ersetzt werden können.“


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Für den Inhalt verantwortlich: Waltraud Fuchs, DL


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