DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - PRESSEERKLÄRUNG 

Bonn, 02.11.1999


Lehrerverband zu den Vorgängen an der Hauptschule in Metten/Deggendorf:

"Die Mordpläne entspringen nicht nur den Gehirnen der Schüler"

  • Warnung vor "gefährlicher Naivität"
  • "Das Tolerieren medialer Gewalt ist verlogen"
  • Zu den Vorgängen an der Hauptschule in Metten/Deggendorf nimmt der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL), Josef Kraus, wie folgt Stellung. Kraus ist Leiter eines Gymnasiums. Er war 15 Jahre lang Schulpsychologe.

    „Die Pläne der drei Schüler für ein Massaker entspringen nicht nur deren eigenen Gehirnen. Der Medienkonsum fast aller gewalttätiger Jugendlicher belegt, dass ihre Gewalttaten Vorbilder haben. Es ist die Gesellschaft insgesamt, die es zulässt, dass Heranwachsende Gewalt als etwas ganz Normales empfinden. Insofern ist es verlogen, wenn die Gesellschaft einerseits von den Schulen eine Erziehung zur Friedfertigkeit einfordert, wenn sie andererseits jedoch über den Markt der Video-, Fernseh- und Kinofilme sowie der Computerspiele ein alltägliches Bombardement an Brutalität toleriert.

    Am Zug sind jetzt Öffentlichkeit, Politik und Medien. Zu glauben, Schule allein könne das Problem jugendlicher Gewalt lösen, ist gefährliche Naivität. Notwendig ist vielmehr eine generelle Ächtung von Gewalt in allen Bereichen der Gesellschaft. In Sachen medialer Gewaltdarstellungen muss endlich das Prinzip Verantwortung vor dem Kommerz stehen.“
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    Für den Inhalt verantwortlich: Waltraud Fuchs, DL


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