DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - PRESSEERKLÄRUNG  

Bonn, 10. März 2003

Aus dem Nachrichtenmagazin "FOCUS"

Lehrerverband fordert zentrale Prüfungen als Konsequenz aus PISA-Studie

"Heilsame Lösung"

Als Konsequenz aus dem ergänzenden Länderbericht zur PISA-Studie sprach sich der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Josef Kraus, dafür aus, die 1993 von den Kultusministern vereinbarte gegenseitige Anerkennung der mittleren Schulabschlüsse aufzuheben. "Wir erleben doch immer wieder, dass Schüler, die aus SPD-regierten Ländern nach Bayern oder Baden-Württemberg wechseln, plötzlich schlechtere Noten erhalten oder gar ein Schuljahr wiederholen müssen", wettert Kraus.

Als Scheindebatte schätzt der Leiter eines Gymnasiums in Bayern die aktuelle Diskussion über die Einführung von einheitlichen Lernstandards ein. "In vielen CDU-Ländern existieren doch bereits verbindliche Regelungen und zentrale Prüfungen. Dagegen gibt es in der Mehrzahl der SPD-Länder an Haupt-, Real- und Gesamtschulen keine Abschlussprüfungen", so Kraus.

Wenn in den nächsten zwei Schuljahren nicht bundesweit einheitliche Standards eingeführt würden, so Kraus, wäre seine Forderung die einzige "heilsame Lösung". Bei einem Wechsel in ein anderes Bundesland müssen Schüler dann Aufnahmeprüfungen machen.


Deutscher Lehrerverband (DL) - Burbacher Straße 8 - 53129 Bonn - Tel. (02 28) 21 12 12 - FAX 21 12 24DL-HomeSeitenanfang