DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - PRESSEERKLÄRUNG 

Bonn, 07.08.2000

Deutscher Lehrerverband (DL) zum Vorstoß von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt in Sachen Schulferien und Lehrerfortbildung:

"Das ist Stimmungsmache mit dümmlichen Sprüchen"

Die Behauptung von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt, Lehrer hätten ein Vierteljahr Ferien, und seinen Vorstoß, die Schulferien für Lehrer zu Gunsten von Computerkursen zu verkürzen, kommentierte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL), Josef Kraus, wie folgt:

„Was Dieter Hundt hier betreibt, ist Stimmungsmache mit dümmlichen Sprüchen. Wenn der Arbeitgeberpräsident auch nur ein wenig Einblick in die Schule hätte, dann wüsste er, dass Lehrer kein Vierteljahr Ferien haben, sondern - bezogen auf das ganze Jahr - nicht mehr freie Zeit als jeder Beschäftigte in anderen Bereichen. Die Schulferien um Weihnachten, Ostern und Pfingsten sind bei den meisten Lehrern angefüllt mit der Korrektur von Klassen- oder Abschlussarbeiten. Die Rechnung Hundts ist ansonsten etwa so seriös wie die Behauptung, ein Viertel des Umsatzes eines Unternehmens sei Gewinn.“

Im Übrigen, so Kraus weiter, sollte Hundt die Frage nach den bei Lehrern notwendigen Computerkenntnissen etwas differenzierter betrachten. Erstens beherrsche ein erheblicher Teil den PC ausgezeichnet, und zweitens müssten nicht Lehrer aller Schularten und aller Fächer PC-Spezialisten sein. Wer Letzteres wolle, der gehe offenbar davon aus, dass Schule sich nur noch einem flachen Ökonomismus zu beugen habe.

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Für den Inhalt verantwortlich: Waltraud Fuchs (DL)


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