DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - PRESSEERKLÄRUNG  


Bonn, 29. November 2007         



Lehrerverbandspräsident Kraus zu den jüngsten PISA-Ergebnissen:

"Die Bildungsdebatte kann jetzt endlich an Rationalität gewinnen"

  • Massive Kritik an den jüngsten Äußerungen des OECD-Vertreters

Der Deutsche Lehrerverband hat das soeben vorab verbreitete PISA-Ergebnis Deutschlands erfreut zur Kenntnis genommen. Deutschlands Schüler hätten sich binnen drei Jahren in den Naturwissenschaften, so Verbandspräsident Josef Kraus, von einem Platz im Mittelbereich auf einen Platz im vorderen Viertel vorgearbeitet. Bei PISA 2003 waren die Deutschen unter 40 beteiligten Ländern und Regionen auf Platz 18 gelandet, bei PISA 2006 auf Platz 13 unter 57 beteiligten.


Kraus erklärte dazu: „Nach den oft genug hysterischen Debatten um die früheren PISA-Ergebnisse kann jetzt endlich Rationalität in die Bildungsdebatte einkehren. Das aktuelle Ergebnis ist zwar kein Anlass zur Selbstzufriedenheit, aber die üblichen schulpolitischen Patentrezepte und den oft genug praktizierten Missbrauch von PISA sollten wir jetzt hinter uns lassen. Nun gilt es, die seit PISA 2000 eingeschlagenen Wege weiter zu beschreiten und an konkreten Maßnahmen zur Verbesserung der Lehrerversorgung und des Unterrichts zu arbeiten.“

Erneut äußerte Kraus massive Kritik an der OECD, diesmal an den jüngsten Äußerungen des OECD-Koordinators Andreas Schleicher. Schleicher hatte aktuell gemeint, die Deutschen hätten sich nicht verbessert und die PISA-Daten 2003 seien mit denen von 2006 nicht vergleichbar. Kraus dazu wörtlich: „Für den OECD-Mann Schleicher sind offenbar nur schlechte deutsche Ergebnisse gute Ergebnisse. Im übrigen muss sich die OECD fragen lassen, warum sie einen Test konstruiert, der über drei Jahre hinweg nicht vergleichbar ist. Wenn dem so wäre, dann hat die ganze PISA-Testerei die Hälfte ihres Werts verloren.“

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Für den Inhalt verantwortlich: Waltraud Fuchs (DL)


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