DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - PRESSEERKLÄRUNG 

Bonn, 05.07.2000
Lehrerverband informiert Abiturienten:

Berufliche Schulen suchen dringend Lehrernachwuchs

In fast allen Bundesländern ist bereits jetzt ein erheblicher Mangel an Lehrern berufsbildender Schulen zu verzeichnen. Dieser Mangel wird in den kommenden Jahren dramatische Ausmaße annehmen. Von den bundesweit rund 110.000 Lehrern an diesen Schulen werden bis zum Jahr 2020 rund Dreiviertel in den Ruhestand eintreten. Der Ersatzbedarf, so der Deutsche Lehrerverband (DL), könne mit den vorhandenen und zu erwartenden Bewerberzahlen höchstens zu einem Drittel gedeckt werden.

Der DL wandte sich deshalb auch namens seiner Mitgliedsverbände im Bereich der beruflichen Schulen (Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen, BLBS; Bundesverband der Lehrer an Wirtschaftsschulen, VLW) an die diesjährigen Abiturienten: Die drei Verbände  weisen darauf hin, dass es sich beim Lehramt an beruflichen Schulen um eine attraktive und abwechslungsreiche Tätigkeit in der Laufbahn des Höheren Dienstes, also eines Studienrates, handelt. Lehrer dieser Ausbildungsrichtung sind tätig an Berufsschulen, Berufsfachschulen, Fachschulen, beruflichen Gymnasien, Fachoberschulen in allgemein bildenden Fächern und in den beruflichen Fachrichtungen. Der größte Bedarf an Berufsschullehrern besteht derzeit im Bereich der Berufsfelder Elektrotechnik, Informationstechnik, Metalltechnik, Bau- und Holztechnik, Gesundheit und Pflege, in Wirtschaft und Verwaltung und im Druck- und Medienbereich. Der Weg zu diesem Lehramt führt über einen Diplom- oder Lehramtsstudiengang an einer Universität und über ein Referendariat. Zudem haben Absolventen dieser Ausbildungsgänge aufgrund der großen Polyvalenz des Studiums beste Chancen auch außerhalb des Schuldienstes.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, empfiehlt allen interessierten Abiturientinnen und Abiturienten vor einer entsprechenden Berufsentscheidung dennoch eine selbstkritische Prüfung. Wörtlich: „Bei aller Attraktivität dieses Berufes ist dies auch ein sehr anstrengender Beruf, der ein hohes Maß an persönlicher Stabilität erfordert. Für den Lehrerberuf ist neben einer ausgeprägten fachlichen Neigung vor allem eine große Portion erzieherischen Engagements notwendig.“
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Für den Inhalt verantwortlich: Waltraud Fuchs (DL)


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