DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - PRESSEERKLÄRUNG  


7. September 2010


Lehrerverband zur aktuellen OECD-Studie:

„Ein Wettrüsten um Studierquote bringt nichts“

  •      "Berufliche Abschlüsse in Deutschland oft gleichwertig mit Hochschulabschlüssen anderer Länder"

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, hat die aktuelle OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2010“ kritisch bewertet. Wörtlich sagte Kraus in einer ersten Reaktion:

„Die OECD scheint das deutsche Bildungswesen immer noch nicht richtig verstanden zu haben. Sonst würde sie nicht ständig dem Fetisch Studierquote hinterherjagen und ein Wettrüsten um formale Quoten anfeuern. 

Dass höhere Qualifikation persönlich und volkswirtschaftlich mehr Ertrag bringt, ist eine Binsenweisheit. Allerdings begeht die OECD erneut den Fehler, Qualifikation nur an formellen Kriterien festzumachen, zum Beispiel an einem Studium. Deutsche Länder wie Bayern, ferner Österreich und die Schweiz belegen aber eindrucksvoll, dass wirtschaftliche Prosperität keineswegs mit einer hohen Studierquote einhergehen muss. Im Gegenteil: Diese drei Länder haben innerhalb Europas mit die besten Wirtschaftsdaten, die niedrigsten Arbeitslosenquoten und zugleich geringe Studierquoten.

Völlig widersprüchlich zu ihrer eigenen Klage über eine angeblich zu geringe Studierquote in Deutschland ist das Lob der OECD für die berufliche Bildung in Deutschland. Hier sollte die OECD endlich einmal genauer hinschauen, dann würde sie feststellen, dass viele berufliche Abschlüsse in Deutschland mindestens das gleiche Niveau haben wie in anderen Staaten Abschlüsse mit Hochschulstempel.“


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Für den Inhalt verantwortlich: Waltraud Fuchs (DL)




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