DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - PRESSEERKLÄRUNG  



Bonn, 7. Dezember 2007         



Erneut schlechte PISA-Ergebnisse für deutsche Gesamtschule

  • "Frage nach der Schulstruktur ist nicht überflüssig, sondern eindeutig beantwortet."
  • "Gesamtschulen schöpfen das Potential ihrer Schüler nicht aus."

Die Integrierte Gesamtschule (IGS) hat bei PISA 2006 erneut schlecht abgeschnitten. Nach Analyse des Deutschen Lehrerverbandes (DL) rangiert die IGS trotz einer hinsichtlich Begabung und Herkunft vergleichbaren Schülerschaft und trotz erheblich besserer Personalausstattung um rund 50 PISA-Punkte hinter der Realschule. Das ist mehr als ein Schuljahr.

Lehrerverbandschef Josef Kraus erklärte dazu:

"Die Integrierte Gesamtschule in Deutschland stagniert auf niedrigem Niveau. Sie rangiert mindestens ein Lernjahr hinter der Realschule und rund drei Lernjahre hinter dem Gymnasium. Dass die Hauptschule noch etwas schwächere Ergebnisse als die IGS hat, ist vor allem mit ihrer unvergleichlich  schwierigen Schülerklientel zu erklären. Die Aufmerksamkeit der Schulpolitik sollte deshalb vor allem der Hauptschule gelten, aber nicht generell der Strukturfrage. Letztere ist eindeutig beantwortet, zumal die Gesamtschule nicht einmal in der Lage scheint, die Potentiale ihrer Schülerschaft auszuschöpfen."

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Für den Inhalt verantwortlich: Waltraud Fuchs


Tabelle

PISA-Ergebnisse 2006 -
differenziert nach Schulformen
(in PISA-Punkten)

Naturwissenschaften
Lesen
Mathematik
Hauptschule
431
407
420
Integrierte
Gesamtschule
477
463
464
Schulen mit mehreren
Bildungsgängen
498
481
481
Realschule
525
515
509
Gymnasium
598
581
591
Alle Schulen
516
495
504

Quelle: PISA 2006 (Münster/New York/
München/Berlin 2007)                      

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