DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - PRESSEERKLÄRUNG 
                                                                                                 

 

Berlin,  05.05.2014

   

Gemeinsame Fachtagung der Hanns-Seidel-Stiftung und des Deutschen Lehrerverbandes
in Kooperation mit der ABL und dem bfw

Fachtagung „Talente finden – Begabungen fördern – Eliten bilden“

- Kraus: „Das gesamte Gemeinwesen ist Nutznießer herausragender Leistungsträger“

Die aktuellen Bildungsdebatten sind in erheblichem Maße auf so genannte Bildungsverlierer ausgerichtet, die Gruppe der besonders begabten jungen Leute steht meist nicht im Fokus. Die Teilnehmer der Fachtagung der Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) und des Deutschen Lehrerverbandes (DL) in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (ABL) und dem Bund Freiheit der Wissenschaft (bfw) wollten sich deshalb einmal eingehend mit den verschiedenen Aspekten der Förderung individueller Begabungen und der Bildung von Eliten befassen.

Der Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung, Prof. Dr. h.c. mult. Hans Zehetmair, eröffnete die Veranstaltung mit der Feststellung, dass die Begabtenförderung eine Hoffnung für die Zukunft und ein wertvoller Beitrag zum Gemeinwesen sei: „Wir brauchen Exzellenz für den Fortbestand unserer sozialen und wirtschaftlichen Zukunft und insbesondere auch für den Erhalt unseres demokratischen Rechtsstaats. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet unser Institut für Begabtenförderung.“

DL-Präsident Josef Kraus betonte in seiner Einführung, dass es bei der Bildung von Eliten um die Auswahl und Förderung der Fähigsten in allen Bereichen von Bildung und Arbeitswelt gehe. Kraus machte darauf aufmerksam, dass das gesamte Gemeinwesen Nutznießer herausragender Leistungsträger sei. In Anlehnung an den englischen Begriff „inequality surplus“ sprach er von einem Mehrwert, den die Gesellschaft von Leistungsspitzen habe. Kraus forderte zugleich, dass Leistungs- und Funktionselite in Personalunion immer zugleich Werte-, Vorbild- und Verantwortungselite sein müsse.

Georg Eisenreich, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, hob in seiner Rede zur Zukunft der Begabtenförderung in Bayern hervor: „Es ist mir ein großes Anliegen, dass jedes Kind die bestmögliche Förderung erhält – das gilt auch für die besonders begabten. Daher bauen wir die schulischen Förderangebote weiter aus. Eine breite Begabtenförderung ist die Zukunft unserer Gesellschaft.“

Prof. Dr. Walter Schweidler (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt) ging in seinem Vortrag auf die Konzepte von Gabe und Begabung aus philosophischer Sicht ein. Prof. Dr. Norbert Bolz (TU Berlin) beschrieb die Mechanismen von Elitenbildung. Nach Bolz entspreche das Vorhandensein von Eliten einem Bedürfnis der Menschen nach der spontanen Autorität von charismatischen Figuren – ein Phänomen, das sich sogar in Social Networks zeige. Prof. Dr. Peter J. Brenner (TU München) ging die Frage historisch-vergleichend an, um das Spannungsfeld zwischen Schule und Elite zu beschreiben. Er verglich das Vorgehen von Frankreich und Deutschland in der Ausbildung und Bildung von Eliten. Der Bereich der Begabtenförderung in der beruflichen Bildung war das Thema von Prof. Dr. Reinhold Weiß (BIBB), der die verschiedenen Wege aufzeigte, die sich zur Fortbildung und Weiterbildung besonders fähiger Personen im Bereich der beruflichen Bildung herausgebildet haben.

Den Vorträgen folgte eine zweistündige Diskussion mit Berichten aus der Praxis zum Erkennen und zur Förderung von Hochbegabung. Die Gäste auf dem Podium waren Dr. Karin Oechslein (Direktorin am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung), Mag. Silke Rogl (Österreichisches Zentrum für Begabtenförderung und Begabungsforschung), Prof. Hans-Peter Niedermeier (Leiter des Instituts für Begabtenförderung der Hanns-Seidel-Stiftung) und Reinhard Werner (Geschäftsführer Young Leaders). Die Moderation übernahm Dr. Johan Schloemann von der Süddeutschen Zeitung. Einig war man sich in der Podiumsdiskussion, dass sich begabte junge Leute neben hervorragenden Leistungen oft auch durch ein hohes gesellschaftliches Engagement auszeichen.

Den vollständigen Text der Einführung von DL-Präsident Josef Kraus finden Sie auf der Webseite des Deutschen Lehrerverbandes unter http://lehrerverband.de/Fachtagung_2014_Einfuehrung_Kraus.html

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Für den Inhalt verantwortlich: Anne Schirrmacher, Karen Ullrich (DL)

Für Stellungnahmen ist DL-Präsident Josef Kraus unter folgender Rufnummer zu erreichen: 0171 52 45 945

 


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