DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - PRESSEERKLÄRUNG 
                                                                                                 

 

Berlin,  26.11.2014

   

DL-Präsident Kraus übt scharfe Kritik an Niedersachsens Schulpolitik

                                                                                                                                                                   

"Hier wird an der Aushöhlung des Gymnasiums und an der Abschaffung des differenzierten Schulwesens gearbeitet“

„Das neue Schulgesetz ist ein Chancenvernichtungs-  und ein  Einebnungsgesetz“

 

Bei seiner Festrede anlässlich der Jahrestagung des Philologenverbandes Niedersachsen (PhVN) hat Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL), heute in Goslar scharfe Kritik an der rot-grünen Schulpolitik geübt.

Der DL-Präsident wirft der Landesregierung in Hannover eine ideologiegeleitete Politik der „Trojanischen Pferde“ vor.

Kraus wörtlich: „Niedersachsen tut genau das, was man tut, wenn man trickreich eine Schulform kaputt machen will: Dazu gehören unter anderem die Abschaffung einer eigenständigen Gymnasiallehrerbildung, der Verzicht auf jede Laufbahnempfehlung am Ende der Grundschule, die Abschaffung des Sitzenbleibens, der curriculare Nihilismus kompetenzorientierter Lehrpläne sowie die totale Frustration der Lehrerschaft der Gymnasien durch eine dramatische Verlängerung der Arbeitszeiten.“

Kraus betrachtet diese Art von Schulpolitik als ein „Recycling eines Gebräus aus Marxismus, Behaviorismus und Egalitarismus.“ Deshalb, so Kraus, sei das geplante neue niedersächsische Schulgesetz im Gegensatz zu den regierungsamtlichen Beteuerungen auch kein Bildungschancengesetz, sondern ein „Chancenvernichtungs- und Einebnungsgesetz“.

Ein widersprüchliches Verhalten wirft Kraus der Niedersachsenregierung im Umgang mit dem von ihr hochgehaltenen Prinzip der Chancengleichheit  vor. Schließlich verschaffe die Regierung in Hannover etwa der Gemeinschaftsschule einen erheblichen Akzeptanzvorteil, indem sie diese Schulform besserstelle.

Kraus forderte die Delegierten des Philologenverbandes auf, notfalls eine bürgerliche Revolte zu inszenieren, um das geplante Schulgesetz zu Fall zu bringen. Zugleich betonte er, dass das Gymnasium noch selbstbewusster auftreten müsse, denn es gebe keine zweite Schulform der Welt, die in Tests so erfolgreich abschneide wie das Gymnasium; es gebe auch keine zweite Schulform, die fachlich und kulturell so breit aufgestellt sei wie das Gymnasium.

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Für den Inhalt verantwortlich: Anne Schirrmacher, Karen Ullrich (DL)


Für Stellungnahmen ist DL-Präsident Josef Kraus unter folgender Rufnummer zu erreichen: 0171 52 45 945

 


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