DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - PRESSEERKLÄRUNG 
                                                                                                 

  Berlin, 03.11.2011    


                                                                                                            

 

Lehrerverband fordert:

 

„Die Kultusminister müssen in der Sache 'Schultrojaner' schleunigst handeln“

 

 

Die 16 deutschen Länder haben einer Fahndung nach urheberrechtlich geschützten Materialien mittels Durchsuchung von Lehrercomputern an Schulen zugestimmt. Der Deutsche Lehrerverband (DL) hat diese Maßnahme scharf kritisiert.



Im Einzelnen sagte DL-Präsident dazu:

„Wir Lehrer haben von dieser Absicht nichts gewusst. Damit erleben wir zum wiederholten Mal, dass in Gutsherrenart über unsere Köpfe hinweg entschieden wird. Hier wird ein Generalverdacht über einen ganzen Berufsstand genährt. Im Übrigen handeln Lehrer in der Gestaltung ihres Unterrichts im Auftrag von Legislative und Exekutive. Damit können Lehrer gemäß Grundgesetz Artikel 34 die sog. Staatshaftung in Anspruch nehmen. Immerhin waren die Lehrer über die Durchsuchungsmaßnahme nicht hinreichend informiert, so dass bei Verstößen gegen das Urheberrecht kein Vorsatz oder keine grobe Fahrlässigkeit vorliegen können.

 

Anstatt Computer ausspionieren zu lassen, sollten die Kultusminister mit den Verlagen schleunigst etwas Praktikables aushandeln, was gleichermaßen dem Urheberrecht und den praktischen Erfordernissen einer zeitgemäßen Unterrichtsgestaltung entspricht.“

 

Für den Inhalt verantwortlich: Karen Ullrich (DL)          


Deutscher Lehrerverband (DL) -  Dominicusstr. 3 - 10823 Berlin - Tel.: (030) 70 09 47 76 - Fax: (030) 70 09 47 76  - info@lehrerverband.de DL-Home Seitenanfang