DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - PRESSEERKLÄRUNG 
                                                                                                 

 

Berlin,  06.11.2015


Lehrerverband kritisiert Bundesinnenminister de Maizière

 "Improvisieren ja, Niveauabsenkung nein!"

Kraus: "Was de Maizière vorschlägt, ist ein Bärendienst an Schülerschaft und Wirtschaft!"

"Ohne erweiterte Strukturen und ohne zusätzliche Ressourcen geht es nicht!" 

 
Mit Verwunderung hat der Deutsche Lehrerverband (DL) die jüngsten Äußerungen des Bundes­innenministers Thomas de Maizière aufgenommen, die er im Zusammenhang mit der Inte­gration von Flüchtlingen ins Bildungswesen am Donnerstag äußerte.

DL-Präsident Josef Kraus sagte dazu in einer ersten Stellungnahme:

„Mit dem Vorschlag einer vorübergehenden Absenkung des Bildungsniveaus zur rascheren In­tegration von Flüchtlingen erweist de Maizière den Stammschülern, den Zuwanderern und dem Arbeitsmarkt einen Bärendienst. Bildung in Deutschland ist in manchen Bereichen ohnehin nicht optimal aufgestellt. Eine als vorübergehend gedachte Absenkung des Bildungsniveaus kann gar nicht funktionieren, weil sich eine solche Absenkung erfahrungsgemäß perpetuiert.“

Wörtlich ergänzte Kraus: „Natürlich müssen unsere Bildungseinrichtungen angesichts der aktu­ellen Lage improvisieren. Das tun sie auch in hohem Maße und mit vorbildlichem Engagement. Eine volle Integration von Flüchtlingskindern in Regelklassen setzt aber erweiterte Strukturen und zusätzliche Ressourcen voraus. Vor allem müssen dringend für mindestens ein Schuljahr zusätzliche Sprachlernklassen eingerichtet werden. Für die geschätzt 300.000 schulpflichtigen Flüchtlinge werden etwa 20.000 Lehrkräfte für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) benötigt, sie könnten nach einer kurzen Phase der Weiterbildung über die zahlreichen arbeitslosen Deutsch­lehrer gewonnen werden. Vorbild könnten bei hinreichender Personalausstattung die 500 an bayerischen Berufsschulen eingerichteten Vorbereitungsklassen sein, die dann auch in ein Berufsvorbereitungsjahr einmünden.“

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Für den Inhalt verantwortlich: Geschäftsstelle DL – Anne Schirrmacher

Für Stellungnahmen erreichen Sie DL-Präsident Josef Kraus unter 0171 52 45 945.



 


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