DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - PRESSEERKLÄRUNG  


Bonn, 9. Juni 2008         



Lehrer-Chef Kraus ohne Gegenstimme zum achten Mal wiedergewählt

  • Schule ist nicht der Libero der Nation"
  • Bildungserfolg gibt es nur mit eigener Anstrengung"


Josef Kraus (58) ist am Wochenende in Fulda zum achten Mal für drei Jahre zum Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes (DL) gewählt worden. Die Delegierten der vier DL-Mitgliedsverbände stellten sich ohne Gegenstimme bei nur einer Enthaltung geschlossen hinter ihn. Mit der Wahl von Kraus bestätigten die Delegierten dessen konsequenten Einsatz für ein leistungsfähiges gegliedertes Schulwesen und für starke berufsbildende Schulen.

Kraus hat dieses Ehrenamt seit 1987 inne und ist damit auf Bundesebene der dienstälteste Vorsitzende einer Lehrerorganisation. Seinem Verband gehören als Mitgliedsverbände mit ihren insgesamt 160.000 Lehrern der Deutsche Philologenverband, der Verband Deutscher Realschullehrer, der Bundesverband der Lehrer an beruflichen Schulen und der Verband der Lehrer an Wirtschaftsschulen an. Hauptberuflich ist Kraus seit 1995 Oberstudiendirektor am Maximilian-von-Montgelas-Gymnasium in Vilsbiburg im Landkreis Landshut. Er hat die Fächer Deutsch und Sport studiert und ist Diplom-Psychologe.

Die Delegiertenversammlung des DL befasste sich unter anderem mit der Stellung der Lehrer in der heutigen Gesellschaft und mit Fragen der Bildungsgerechtigkeit.

Zur Situation der Schule und der Lehrerschaft in Deutschland erklärte Kraus nach Abschluss der Delegiertenversammlung: „Es wird höchste Zeit, dass der Lehrerberuf in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Rechtsprechung und Elternschaft die Unterstützung erfährt, die dieser Beruf im Interesse der nachfolgenden Generation braucht. Vor allem hilft es nicht weiter, wenn die Öffentlichkeit stets die Schule für die Lösung aller gesellschaftlichen Probleme verantwortlich macht. Als Libero der Nation ist die Schule restlos überfordert.“

Zum Thema „Bildungsgerechtigkeit“ hatte der DL seine Delegiertenversammlung mit einer hochkarätig besetzten Fachkonferenz gleichen Titels verbunden. Experten und DL-Delegierte waren sich darin einig, dass die Möglichkeiten der Förderung schwächerer, auch sozial schwächerer Schüler noch nicht ausgereizt seien. Zugleich, so Kraus zum Ende der Fachtagung, müsse man sich in Sachen Bildung wieder des Prinzips Subsidiarität besinnen. Wörtlich: „Der Staat hat hier eine große Bringschuld, nämlich für ein hochdifferenziertes Bildungsangebot zu sorgen. Die jungen Leute bzw. deren Eltern haben aber ihrerseits eine Holschuld. Das heißt: Bildungserfolg gibt es nur mit eigener Anstrengung. Daran aber mangelt es vielfach. Zum Beispiel gibt es in vielen Familien erhebliche erzieherische Defizite.“

Neben Kraus wurden gewählt und in ihren bisherigen Ämtern bestätigt: als Schatzmeister Hans-Joachim Kluge (Fulda) und als Schriftführer Manfred Timpe (Frankfurt/ Main). Kluge ist Diplom-Handelslehrer, Timpe Realschulrektor.

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Für den Inhalt verantwortlich: Waltraud Fuchs (DL)


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